„Wasser ist nass“

das ist die schmunzelnde Antwort von Doris auf die Frage was sie denn als Vorwissen mitbrachte, als sie, Mutter von zwei schwimmenden Töchtern, mehr tun wollte und tat als nur den Chauffeur zu spielen. Sie stand am Beckenrand, schaute zu und ab, Fachliteratur als Abendlektüre und natürlich Lehrgänge, also von der Pike auf als Helferin am Beckenrand ab 1997 bis zum Trainer C-Schein im Jahre 2002. Das Training der Töchter im Sportleistungszentrum brachte auch sie, zunächst als Hospitantin, später auch für zwei Jahre als Trainerin im Nachwuchsbereich ins SLZ.

Kinder und Jugendliche zu trainieren bedeutet aber stets mehr als nur Anweisungen vom Beckenrand zu geben. Sie war maßgeblich der treibende Motor an der Entwicklung und Neustrukturierung der gesamten Trainingstätigkeit. Das beginnt mit der konzeptionellen Entwicklung von Trainingszielen in spezifischen Gruppen und führt weiter über die praktische Umsetzung in mehreren Gruppen und Trainingseinheiten pro Woche, die schließlich von allen Trainern übernommen wurde und auch heute noch gilt und weiterentwickelt praktiziert wird. So führte sie auch immer mal wieder, wie es im Rahmen der bekannten Mehrfachbelastung möglich war, eigene Trainingswochenenden mit Ihren Gruppen durch, oder war zur Stelle als Unterstützung von Trainingslagern und Training der entstandenen vereinsübergreifenden Nachwuchsgruppen der SGS nötig war. Und dann natürlich noch die vielen Wochenenden bei Wettkämpfen.

Geprägt durch Ihren Beruf als Sozialarbeiterin war ihr auch immer die Heranführung an eine altersgerechte Selbstständigkeit wichtig. “Meine Mama hat vergessen einzupacken…“ galt nicht mehr, sehr zum Leidwesen einiger Kinder. Eine besondere Herausforderung waren auch die „schwierigen Kinder“, die auf Grund ihrer Lebensgeschichte und der Entwicklung Auffälligkeiten im emotionalen/sozialen Bereich aufwiesen. Training wurde hier zur Therapie um das Selbstbewusstsein zu stärken und/oder die Migration in die Gruppe zu ermöglichen. „Diese Kinder aufzufangen empfand ich als eine wichtige Aufgabe des Vereinslebens“.

Was sich über lange Zeit vereinbaren ließ stieß aber im letzten Jahr berufsbedingt an Grenzen und so reifte der Entschluss diese Trainertätigkeit aufzugeben. Im Rahmen der Vereinsmeisterschaften am 27. Januar 2013 erfolgte dann auch die offizielle Verabschiedung durch Spartenleitung und Schwimmausschuss, sowie von ihr selbst, von den Aktiven und allen Anwesenden mit einer bewegenden und emotionalen Rede ihrerseits.

Wir bedanken uns auf diesem Wege nochmals für Ihren unermütlichen Einsatz, die Beständigkeit und Zuverlässigkeit, die Motivation, Ideen und Freude die sie versprühte, aber auch die Offenheit an der richtigen Stelle und natürlich auch die viele Zeit die sie Ihrer „Sache“ entgegenbrachte.
…und vielleicht ändern sich ja auch mal wieder die Zeiten und wir können sie wieder am Beckenrand erleben, bis dahin wird sie weiterhin selbst im Wasser, stets gerade, ihre Rückenbahnen ziehen, und das ist gar nicht ,so einfach…

Diese Lücke wieder zu schließen gestaltete sich zunächst schwierig, die externe Trainersuche verlief erfolglos. So wurden Gruppen umstrukturiert, Trainingszeiten verändert. Lars Koch und Gesa Fricke zeichnen nun als TrainerIn verantwortlich um den erfolgreichen SchwimmerInnen weiterhin ein optimales Training beim TB zu ermöglichen.